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Olymiasiegerin mit neuem Streckenrekord und ein Kenianer als neuer Seriensieger

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Olymiasiegerin mit neuem Streckenrekord und ein Kenianer als neuer Seriensieger

Es war ein Lauf-Fest wie aus dem Bilderbuch, das heute in Peuerbach den letzten Tag des Jahres zum Zentrum der Leichtathletik machte. Bei Kaiserwetter und extrem milden Temperaturen schlugen einmal mehr die afrikanischstämmige Elite zu, es siegten Olympiasiegerin Ruth Jebet (Bahrain) – mit neuem Streckenrekord - und Victor Chumo (Kenia) – zum vierten Mal in Serie. Insgesamt sportelten bei der 37. Auflage des Silvester-Klassikers 870 Aktive ins Neue Jahr 2018, was für die Veranstaltung auch einen neuen Teilnehmerrekord bedeutete.

Eine regierende Olympiasiegerin und Weltrekordhalterin in Peuerbach: Das hat der Int. Raiffeisen Silvesterlauf in seiner ganzen 37-jährigen Geschichte noch nie gesehen. Ruth Jebet, angetreten mit der Startnummer 51, zog daher schon vor dem Start alle Blicke auf sich. Die 21-jährige gebürtige Kenianerin, die für Bahrain startet, zeigte von Beginn an, was sie im Visier hatte: Sieg und Streckenrekord. Bereits vor zwei Jahren war sie in Peuerbach dabei, damals schnappte ihr jedoch die Kenianerin Alice-Aprot Nawowuna den Sieg inklusive neuem Streckenrekord (15:42,5 Minuten) weg. Heuer demonstrierte Jebet ihre Stärke, sie gewann nicht nur überlegen in 15:38 Minuten und damit neuem Streckenrekord, sondern holte sich auch die neue Sprintwertung mit klaren Zwischensiegen nach Runde 2 und Runde 4. Rang zwei ging an Peruth Chemutai aus Uganda, Dritte wurde Amela Terzic aus Serbien. Als beste Österreicherin schob sich heuer Nada-Ina Pauer ins Rampenlicht, die Andrea Mayr auf Rang 5 verwies. Pauer: „Das gute Wetter ist mir sehr entgegen gekommen, ich hasse Kälte. Ich konnte von Beginn an locker laufen und habe danach nur darauf geachtet, den Schritt lang zu halten, so wie es mein Freund mir geraten hat.“ Dieser ist schließlich kein geringerer als Richard Ringer aus Deutschland, 2014 bereits ex-aequo-Sieger in Peuerbach.

Kenia oder Bahrain? So lautete bei den Männern die Frage, denn mit dem Dreifach-Sieger der letzten Jahre, Victor Chumo, und dem Weltranglistenersten im Straßenlauf 2017, Abraham Cheroben, standen zwei schwere Kaliber an der Startliste. Aber auch Deutschland mit Richard Ringer und Uganda mit Mande Bushendich hatten gute Karten in der Hand, dazu ein top-motivierter und umjubelter Spitzenkandidat aus Österreich, Andreas Vojta. Am Ende war es ein bekanntes Bild, das den spannenden Zielsprint prägte: Victor Chumo, Sieger der Jahre 2014, 2015 und 2016, konnte sich zu vierten Mal in Folge den Sieg in Peuerbach holen. Er gewann – nachdem er sich auch die Generali-Sprintwertung nach Runde 6 sichern konnte - in 19:08 Minuten mit nur einer Sekunde Vorsprung auf den Deutschen Richard Ringer, der sich die Generali-Sprintwertung nach Runde zwei und Runde vier holte. Chumo: "Der Zielsprint war wirklich hart heuer, aber es war einfach wunderbar, hier wieder zu gewinnen." Richard Ringer: „Ich bin mehr als zufrieden mit dem 2. Platz weil ich weiß, wen ich hinter mir gelassen habe. Victor hat einfach einen starken Spurt.“ Und zu den perfekten Wetterbedingungen: „Wer braucht schon Sao Paulo, wenn es hier so warm ist.“

Dritter wurde der erst 20-jährige Mande Bushendich aus Uganda. Abraham Cheroben aus Bahrain, Weltbester Straßenläufer 2017, hatte mit Rückenproblemen zu kämpfen und musste sich daher mit Rang 4 geschlagen geben, Fünfter und bester Österreicher wurde Andreas Vojta. Vojta: „Es war ein sehr schönes Rennen, ich habe mich gut gefühlt und habe lange Kontakt halten können zur Spitze, dann war es hart für mich weil ich alleine gelaufen bin. Ich bin aber sehr zufrieden mit Rang 5 und dem Abstand zur Spitze, habe damit mein bislang bestes Ergebnis eingestellt.“

Als beste Nation im Lauf der Asse wurde Bahrain geehrt. Bei der Nationenwertung ging es nicht um Platzierungen, dafür um jede Sekunde: Addiert wurden die Laufzeiten der jeweils schnellsten Frau und des schnellsten Mannes pro Land. Rang zwei ging an Uganda, Rang drei an Österreich – dank Andreas Vojta und Nada Ina Pauer.

Doch beim Int. Raiffeisen Silvesterlauf Peuerbach stehen nicht nur die Stars im Rampenlicht. Die Freude am Laufen wird schon bei den Jüngsten geweckt: Die Knirpse eröffnen jedes Jahr das Laufspektakel. Begleitet von überdimensionalen „Sumsi-Bienen“ ging es in den IKUNA-Cancu-Kinderläufen über 120 bzw. 400 Meter engagiert zur Sache, die Schüler liefen 850 Meter (1 Silvesterlaufrunde) bzw. eine Meile (2 Silvesterlaufrunden). „Besonders freuen mich auch die mehr als 350 Nachwuchsläufer, die heuer bei uns ins neue Jahr gelaufen sind. So viele Schüler und Jugendliche starten sonst bei keinem Silvesterlauf in ganz Österreich“, sagt Silvesterlauf-Organisator Hubert Lang vom Veranstalterverein Sportunion IGLA long life.

Das Wetter zeigte sich heuer besonders Läufer- und Zuschauerfreundlich: Bei zehn Grad plus und Sonnenschein ließ es sich gut ins neue Jahr laufen. Der strahlende Sonnenschein schien die Begeisterung im Publikum zusätzlich anzufeuern, die Menge präsentierte sich als Weltmeister im Anfeuern und lieferte den Läuferinnen und Läufern eine Stimmungskulisse, die seinesgleichen sucht. Insgesamt liefen in Peuerbach am 31. Dezember 2017 870 Teilnehmer ins neue Jahr – umjubelt von mehr als 10.000 Zuschauern, die am letzten Tag des Jahres in Peuerbach für Volksfeststimmung sorgten.

Für Unterhaltung sorgte Schlagerstar Marc Pircher, Trommlergruppen feuerten die Zuschauer entlang der Strecke an, denen auch die „Miss Silvesterlauf 2017“, Laetitia Schweighofer, präsentiert wurde. Action auf zwei Rädern bot ein Mountainbike-Eliminator-Rennen, das kurz vor den Lauf-Höhepunkten direkt auf der Silvesterlaufrunde über die Bühne ging. Eine große Videowand bot den Zuschauern zusätzliche Einblicke in das Geschehen am Lauftag und das Rundherum der Veranstaltung. Gute Laune machte auch die nach US-Vorbild installierte „Kiss Cam“, die Paare aus dem Publikum groß ins Bild brachte und zum Küsschen aufforderte.



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